Europa!

Wie sehr das Herz an etwas hängt oder wie wichtig manches für einen selbst ist, das merkt man oftmals erst, wenn es nicht mehr da ist. Man ärgert sich hinterher, dass man nicht seine gesamte Aufmerksamkeit genau diesen Dingen entgegengebracht hat. Und so kann es uns mit Europa gehen. Wir achten nicht genug darauf und werden erst den wahren Wert erkennen, wenn es nicht mehr da ist.

Dabei müsste es uns doch allen klar sein, dass wir in einer Welt leben, die immer komplizierter und kompakter wird. Es bedarf deshalb eines starken Europas und nicht eines geschwächten Europas. Es bedarf vor allem eines geeinten Europas. Der Nationalstaat ist keine Alternative um die Herausforderungen der Zukunft zu bewältigen.

Der Brexit, ein Chaos aus falschen Versprechungen und ratlosen Politikern zeigt uns derzeit, was wir an der EU haben. Dort, wo sie - wie jetzt in Großbritannien – zurückgewiesen wird, treten die Probleme sofort wieder ans Tageslicht. Ob Reisen, Wohnen, Handel treiben, Studieren: Alles, was selbstverständlich war und ist, wird plötzlich wieder kompliziert und unsicher. Und selbst die idealistische Vorstellung von der EU als Friedensprojekt erweist sich angesichts des Brexits als bittere Wahrheit: an der irisch-nordirischen Grenze wird schon wieder gezündelt.

Die EU schlichtet täglich zwischen Nachbarn. Sie löst die Streitpunkte in Regelwerken und – zugegebenermaßen - manchmal unbefriedigenden Kompromissen. Aber: sie löst sie, friedlich und zivilisiert. Das ist ihre große Leistung. Auch wenn es konstruktiver Reformen in der EU bedarf, sollten wir uns doch verinnerlichen, dass wir alle Europa sind und nur wir alle zusammen, unabhängig von Grenzen, die Probleme Europas meistern können.

Populisten versuchen uns einzureden, die EU sei etwas Abstraktes, etwas Fremdes oder etwas unsere Identität Zerstörendes. Überlassen wir das Feld nicht diesen Scharaltanen, die unsere gemeinsame Idee aus Eigeninteressen heraus kaputt machen wollen. Sie spielen mit unserer und unserer Kinder Zukunft. Sie halten kein einziges ihrer Versprechen. Schade, dass wir das jetzt in Großbritannien erleben müssen - spektakulär und bitter real.

Gehen Sie deshalb – nicht nur als Eigentümer - am 26. Mai zur Europawahl und sorgen Sie dafür, dass unsere gemeinsame Idee in einem einigen Europa weiterhin Bestand hat und haben wird. Es lohnt sich.

 

Ihr
Dr. Michael Weiskopf
Verbandsführender Geschäftsführer
Haus & Grund Saarland

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