Mietentwicklung deutet auf Marktberuhigung hin

Die Wachstumsdynamik auf dem Immobilienmarkt hat sich weiter abgeschwächt, so der aktuelle F+B Wohn-Index Deutschland. Das gilt besonders für die Mieten: Neuvertragsmieten und Bestandsmieten verteuerten sich im zweiten Quartal des Jahres mit 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, Bestandsmieten mit 1,4 Prozent. Auch die Betrachtung der Top 50-Standorte des deutschen Mietenniveaus legt eine ähnliche Interpretation für eine allmähliche Marktberuhigung nahe.

Damit lagen die Mietsteigerungen deutlich unter dem allgemeinen Preisanstieg. Er betrug zwischen Juni 2018 und Juni 2019 +1,6 Prozent.

Die Experten der F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt zogen aus den aktuellen Daten zahlreiche Schlüsse für die Wohnungspolitik. Sie warnen nachdrücklich vor erheblichen Eingriffen in die Mietpreisbildung und in die Eigentumsrechte, aber auch vor Aktionismus. Die klar erkennbare Bestrebung, das niedrigere Niveau des monetären Engagements für den Wohnungsbau und den städtebaulichen Ausgleich vorrangig durch Regulierung und Ordnungspolitik zu ersetzen, berge die Gefahr, mittelfristig zu erheblichen volkswirtschaftlichen Fehlallokationen zu führen. „Letztendlich bedarf es des politischen Mutes, offen auszusprechen, dass nicht jeder in einem Trend- oder Szeneviertel wird leben können“, so der Appell der Forscher.

Eva Neumann
Referentin Presse und Kommunikation
Haus & Grund Deutschland

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