Platz 70! Die „2. Miete“ ist in Saarbrücken ziemlich hoch

Liebe Mitglieder von Haus & Grund,

die „2. Miete“ ist in Saarbrücken ziemlich hoch.

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat im Auftrag von Haus & Grund Deutschland die Müllgebühren (2016), die Abwassergebühren (2017) und die Belastung durch die Grundsteuer (2018) für eine Musterfamilie in den nach Einwohnern 100 größten Städten in Deutschland untersucht.

Die Ergebnisse sind sehr interessant. So zahlt eine vierköpfige Musterfamilie in Regensburg am wenigsten für die Abwasser- und Müllentsorgung sowie für die Grundsteuer. Die gleiche Familie muss in Leverkusen am tiefsten in die Tasche greifen. Die Nebenkostenbelastung liegt dort um mehr als das Doppelte höher als in Regensburg.

Saarbrücken liegt in diesem Ranking auf dem 70. Platz. Während in Regensburg eine vierköpfige Familie pro Jahr im Durchschnitt 857 € für die drei Positionen zu zahlen hat, bezahlt eine vierköpfige Familie bei gleicher Wohnung und gleichem Verbrauch in Saarbrücken 1415 €, also 558 € mehr.

Die Zahlen belegen deutlich, dass es vielerorts Spielräume geben muss, die Kosten des Wohnens zu senken. So liegt Trier, eine mit Saarbrücken vergleichbare Stadt, mit 940 € auf einem guten 3. Platz. Im Einzelranking der Abwassergebühren liegt Saarbrücken sogar auf einem traurigen 94. Platz von hundert vergleichbaren Städten. Die Landeshauptstadt greift hier Mietern und Eigentümern gleichermaßen tief in die Tasche.

Die Studie zeigt aber auch im Zusammenhang mit der Forderung nach bezahlbarem Wohnraum, dass es in anderen Städten viel besser funktioniert. Beim Blick auf die Wohnkosten darf nicht nur die Kaltmiete und damit der Vermieter im Focus stehen. Die Kosten des Wohnens werden in erheblichem Maße auch von den Städten und Gemeinden beeinflusst. Die Kommunen sollten deshalb einmal ehrlich prüfen, warum Mieter und Eigentümer in anderen Städten viel weniger zahlen und die Kostenbelastung zwischen den Städten um mehrere Hundert Euro voneinander abweicht.

Wenn es um attraktive Standortbedingungen geht, müssen die Verwaltungen und die politisch Verantwortlichen auch im Hinblick auf die Wohnkosten ihre aktuelle Positionierung im Wettbewerb mit anderen Städten besser einschätzen und Überlegungen anstellen, wie sie entsprechende Änderungen anstoßen können. Die vorliegende Studie ist jedenfalls eine gute Grundlage hierzu.

Ihr
Dr. Michael Weiskopf
Verbandsführender Geschäftsführer
Haus & Grund Saarland

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